Grundlegendes zur Veränderungsarbeit

Meine Persönlichkeit ist genauso trainierbar wie meine Muskulatur.

 

Ich muss als Mensch meinen Mustern und Glaubenssätzen nicht hilflos ausgeliefert sein, sondern kann eine Wahrnehmung dafür entwickeln, was bei mir abläuft, wie ich ticke. "Wegmachen" funktioniert nicht, weil man kein Verhalten je "verlieren" kann. Ich kann mir die Freiheit erarbeiten, mich bewusster zu entscheiden, wie ich mich verhalten, wie ich leben und arbeiten möchte, doch jeder Aspekt meiner Persönlichkeit bleibt immer ein Teil von mir.

Wir sind keine Roboter und was der Verstand reflektiert und analysiert hat, ist deshalb noch nicht im Gefühl verankert und wird schon gar nicht in Verhalten umgesetzt. So funktionieren Menschen leider nicht. Deswegen sind so wenige „Jetzt alles anders“-Ratgeber nachhaltig.

Beispiel:

Wenn ich mich permanent selbst unter Druck setze, dann versuche ich das häufig dadurch zu ändern, das ich mich gar nicht mehr unter Druck setzen will. Was nichts anderes bedeutet als: Ich setze mich unter Druck, mich nicht mehr unter Druck zu setzen. So ein Muster ist hartnäckig und es zu reflektieren und trotzdem nicht "abstellen" zu können, führt nicht selten zur Selbstabwertung, weil man es doch kapiert hat und trotzdem wiederholt.

Wie kann ich mit einem schwierigen Aspekt von mir so umgehen,
dass er mich in meinem Leben weder bremst noch stört und
ich auch keine Rolle spielen zu muss, um ihn nicht spüren oder zeigen zu müssen?

Wahrnehmung

Nachhaltige Veränderung beginnt nach meiner eigenen persönlichen Erfahrung mit genauem und ehrlichem Hinschauen, um eine möglichst tiefe Wahrnehmung von sich und der Situation zu erhalten und dabei Perspektiven von außen einzubeziehen. Das ist schon deshalb nicht ganz einfach, weil dabei nicht selten das Selbstbild zu wackeln beginnt, wenn man sich anschaut, was man auf keinen Fall haben oder sehen will.

Wertschätzung

Der zweite Schritt ist, sich so wertzuschätzen, wie man ist - mit allem, was man ist. Denn dafür gibt einen guten Grund. Bevor man sich die Freiheit erarbeitet, sich für ein anderes Verhalten zu entscheiden, ist Wertschätzung für sich selbst zu entwickeln, ein schwieriger, aber elementarer Schritt. Er vollzieht sich im Laufe der Arbeit und ist nicht manipulierbar. Mich selbst abzuwerten, bringt mich nirgendwo hin, sondern verfestigt nur meine Muster. Mich selbst wertzuschätzen öffnet die Tür für einen neuen Weg.

Emanzipation und Integration

Der nächste Schritt ist die Emanzipation von meinem Verhaltensmuster, wenn ich beginne, mich langsam davon zu lösen und irgendwann die Integration, wenn ich mich so damit auseinandergesetzt habe, das ich diese Facette meiner Persönlichkeit weder ausleben noch „wegmachen“ muss, sondern sie eine Farbe auf meiner gesamten Palette ist, für die ich mich frei entscheiden kann oder auch nicht.

Ich vermittle in meiner Arbeit die Grundlagen, um Menschen zu ermöglichen, diesen Weg selbstständig zu gehen - und ich bin ihn selbst schon in vielen Varianten selbst gegangen und stecke immer wieder mitten drin. Weil es menschlich ist.